Frank Elste
19.04.2010
Das neue iPad von Apple – mehr als ein schicker Reader für eBooks, E-Mail-Client und Surfstation in einem? Oder doch ein Notebook?
Mit der Markteinführung des iPad am Ostersamstag in den USA begibt sich Apple auf ein weiteres neues Territorium: auf den Markt der eBooks. Das neue iPad kann begeistern und zieht auch den weniger Technikaffinen in seinen Bann.
Die meisten Medien haben bereits über das iPad berichtet, mal positiv, mal negativ. Wer das zwischen DIN A4- und A5-große iPad nicht selber in der Hand hält, hat es schwer, die teilweise kontroversen Meinungen zu beurteilen. Fakt ist: Das iPad hat etwas Revolutionäres und ist für Ärzte ein spannendes Instrument zur Erledigung der täglichen Aufgaben. Das für unseren Test vorliegende Modell haben wir extra in den USA in der Osterwoche erworben. Zwischenzeitlich kam auch das Modell mit 3G, sprich mit der mobilen Internetanbindung, in den USA auf den Markt. Seit Ende Mai erhält man aber alle Modelle auch in Deutschland. Beim Einschalten kann man direkt die Menüsprache deutsch auswählen, so dass man sich gleich heimisch fühlt. Für den direkten Start sind verschiedene Programme, so genannte „Apps", auf dem iPad vorinstalliert.
Mit diesen Programmen kann man schon eine Menge anfangen. Über den iTunes-Store lässt sich das iPad um Tausende weitere „Apps“ erweitern. Zu den aktuell interessanten Anwendungen für Ärzte und Kliniken zählen:
Alle Programme für das iPhone oder den iPod touch lassen sich auch auf dem iPad nutzen, werden dann aber vergrößert dargestellt. Nicht alle Programme sind daher schon für das iPad optimiert und nutzen noch nicht die optimale Darstellung. Die Apps werden aber aktuell alle erweitert und ergänzt, so dass sie zum Verkaufsstart des iPads in Deutschland fertig sein sollten.
Das iPad motiviert vor allem zum elektronischen Lesen. eBooks (elektronische Bücher) und eZines (elektronische Zeitschriften) werden fein aufgelöst dargestellt. Über die App iBooks lassen sich Bücher im Online-Store ab 2 Euro erwerben. Über Zinio hat man Zugriff auf Zeitschriften aus aller Welt umweltfreundlich und günstig. Die Bedienung ist denkbar einfach. Besonders Personen ohne großen Bezug zur Technik werden damit leicht zurechtkommen. Über Bewegungen mit dem Finger direkt auf dem Display lassen sich alle Bereiche des iPad bedienen. Eine ausreichend große Tastatur kann auf dem Display eingeblendet werden oder man kauft eine externe Tastatur dazu.
Auf den ersten Blick kommt das iPad wie gerufen für den Krankenhausalltag. Auf Visite könnte es bald die ideale Ergänzung darstellen. Vorausgesetzt es sind die jeweiligen Programme (Apps) verfügbar. Über das Datenbankprogramm Bento kann man auch selbst schon basteln und die perfekte digitale Krankenakte in Angriff nehmen. Allerdings ist das noch nicht die optimale Lösung, die man sich als Arzt oder Krankenschwester wünscht.
Es ist davon auszugehen, dass der Markt im Krankenhaus schnell von den Softwarefirmen begangen werden wird. In den USA werden bereits Testprojekte durchgeführt, die sich mit dem iPad auf Station befassen. Über einen zentralen Server kann über das iPad die gesamte Visite abgewickelt werden, inklusive des Abrufs der Diagnostik und Anbindung an das Abrechnungssystem.
Für die Krankenhäuser bietet sich damit sogar die Möglichkeit, auch die Abrechnung des Patienten gleich am Krankenbett zu optimieren. Die Krankenkassen wird dies weniger freuen, aber die stetig wachsende Komplexität der Abrechnung und die beinahe täglichen Änderungen am SGB erfordern eine durchdachte Software. Je schneller man hier reagieren kann, umso erfolgreicher wird man als Klinik werden.
Die Verbindung zur Außenwelt stellt das iPad über USB, Wi-Fi oder Bluetooth her. Das reicht für die meisten Anwender aus. Ein Slot für SD-Karten oder ein USB-Port wäre noch schön gewesen. Das iPad wird über die Software iTunes gesteuert, die für Windows und Mac kostenlos erhältlich ist. Insgesamt konnte uns das iPad überzeugen und der Preis von 499 Euro ist angemessen. Seit Ende Mai kann man das iPad auch in Deutschland kaufen. Auch hier war nach kurzer Zeit bereits die erste Version vergriffen, so dass man sich auf Wartezeiten von 2-3 Wochen einstellen musste.
Wer es nicht eilig hat, kann auch die nächste Generation der iPads abwarten. Den akuellen Entwicklungszyklen zufolge wird das aber sicher erst in 2011 sein.
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