Deutschlands beste Klinik-Website 2010

BKW Gutachter

Ein Teil der Heidelberger Gutachter bei der Gruppendiskussion in der Vorrunde

Wettbewerb um die beste Klinik-Website 2010 hat erneut begonnen

Die Entwicklungen der letzten Jahre haben eines ganz deutlich gezeigt: Patienten greifen immer häufiger auf das Internet zurück, um sich über eine Klinik und ihre Angebote zu informieren. So stehen Krankenhäuser heutzutage mehr denn je vor der Aufgabe, den eigenen Webauftritt überzeugend und professionell zu gestalten und zu pflegen. Denn wird hier nicht die notwendige Kompetenz vermittelt, fühlen sich Patienten nicht angesprochen, was schließlich zum Patientenverlust führen kann. Unabhängig von der Qualität der medizinischen Leistungen entscheiden sich Patienten nämlich häufig einfach für diejenige Klinik, deren Webseite ihnen am meisten zusagt oder entgegenkommt, indem sie ihnen beispielsweise verständlich erklärt, was sie erwartet oder was sie zu beachten haben. Der Internetpräsenz einer Klinik bietet vielzählige Möglichkeiten, mit den Patienten in Dialog zu treten, so können u. a. regelmäßige Newsletter versandt oder Blogs zu unterschiedlichen Fachthemen gepflegt werden.

Die Vorgeschichte ...

Die Bedeutung und Reichweite der klinikeigenen Homepage sowie die mangelnde Beachtung, mit der sie von vielen medizinischen Einrichtungen trotz des steigenden Wettbewerbs lange Zeit gestraft wurde, wurden von Novartis Pharma schon früh erkannt. Auch die Forschungsgruppe »Marketing und Werbung in der Medizin« der Sozialmedizin der Universität Heidelberg, aus der 2005 das Deutsche Zentrum für Medizinmarketing gegründet wurde, befasst sich bereits seit 2000 mit diesem Thema und hat im Laufe der Jahre diverse Studien durchgeführt, um die Werbemedien von Krankenhäusern und Arztpraxen genauer zu untersuchen. Mit dem Ziel, auf die Notwendigkeit eines professionellen und informativen Webauftritts als Teil des Online-Marketings hinzuweisen und Homepage-Betreibern ein Feedback zum eigenen Onlineauftritt zu geben, wurden die Wettbewerbe um „Deutschlands Beste Medizin-Website“ bereits 2003 von Novartis initiiert und werden seither vom Deutschen Zentrum für Medizinmarketing wissenschaftlich betreut. Der Wettbewerb um Deutschlands Beste Klinik-Website findet seit 2005 jährlich statt.

„Deutschlands Beste Klinik-Website 2010“

Inzwischen hat sich die Veranstaltung zu einer einzigartigen Institution im Bereich der Evaluierung medizinischer Webseiten entwickelt. So ist der Wettbewerb deutschlandweit der größte und renommierteste seiner Art. Die Anmeldung zum diesjährigen Wettbewerb wurde am 1. Mai 2010 offiziell freigeschaltet – damit geht der Wettbewerb bereits in die 8. Runde. Bewerben kann sich jedes Krankenhaus, das seinen Sitz in Deutschland hat. Neben den Begründern des Wettbewerbs, Novartis Pharma und dem Deutschen Zentrum für Medizinmarketing, sind 2010 auch der Verband der Krankenhausdirektoren Deutschlands e. V., der Verband der Hersteller von IT-Lösungen für das Gesundheitswesen e.V. sowie die Bundesarbeitsgemeinschaft Selbsthilfe von Menschen mit Behinderung und chronischer Erkrankung und ihren Angehörigen e.V. mit von der Partie. Nach der erfolgreichen Anmeldung können Teilnehmer sich den „Offiziellen Website-Guide 2010“ herunterladen, der dieses Jahr bereits in der 6. Auflage erscheint. Dieser Leitfaden erläutert neben den Hintergründen des Wettbewerbs auch das Bewertungsverfahren, das auf den Forschungsarbeiten der Heidelberger Wissenschaftler basiert und jedes Jahr neu überarbeitet wird, um sich den Anforderungen der heutigen Zeit zu stellen.

Das Bewertungsverfahren

Seit Beginn der Wettbewerbe ist der Gesamtkatalog von 30 auf bereits 115 Qualitätskriterien für Krankenhaus-Webseiten angewachsen. Dazu gehören beispielsweise die Benutzerfreundlichkeit, die objektive und für Patienten verständliche Darbietung medizinischer Informationen sowie Informationen über organisatorische Abläufe, das Einhalten barrierefreier Standards für Menschen mit einer Behinderung sowie Design, Kreativität, technische Features und rechtliche Anforderungen. Anhand dieser Kriterien werden alle Webseiten zunächst von mehreren Gutachtern auf Herz und Nieren geprüft und beurteilt, die technischen Eigenschaften werden darüber hinaus über Skripts abgefragt. Anschließend werden für jeden Teilnehmer unterschiedliche Scores errechnet, aus denen sich direkt ablesen lässt, welchen Nutzen und welche Leistungen die Webseite ihren potentiellen Kunden – Patienten oder einweisenden Ärzten – bietet. Die Evaluierung einer Homepage nimmt dabei im Schnitt 3,5 Stunden in Anspruch.

Vorstellung der Bewertungskriterien durch Dr. Dr. Frank Elste, medizinischer Direktor am Deutschen Zentrum für Medizinmarketing, bei der Preisverleihung auf der Medica 2009

Was bewertet wird

Bewertet wird nach den zehn Oberkategorien „Design“, „Bedienung“, „medizinische Informationen“, „Informationen für Ärzte“, „Organisatorische Informationen“, „Online-Marketing“, „Kreativität“, „Technik“, „Recht“ und „Qualitätsmanagement“, die jeweils ca. 10 untergeordnete Fragestellungen beinhalten.
In der Kategorie Design wird beispielsweise der erste Eindruck der Startseite evaluiert, auch farbliche Gestaltung, Schriftbild, Typograhie, Qualität und Auswahl der Abbildungen sowie das gesamte Corporate Design der Webseite gehen in die Bewertung mit ein. Im Bereich der Bedienung finden Navigationsmöglichkeiten, das Vorhandensein von Buttons und Orientierungshilfen sowie der gesamte logische Aufbau Berücksichtigung. Dabei werden Barrierefreiheit und das Vorhandensein einer Druckfunktion anhand einer ordinalen Skala bewertet. Am ausschlaggebendsten sind die Inhalte der Webseite. Im Zentrum stehen dabei die medizinischen Informationen mitsamt der vorhandenen Illustrationen. Doch auch das Vorhandensein eines medizinischen Glossars oder die Möglichkeit, medizinische Texte downzuloaden, wird kontrolliert. Die Inhalte werden nach Zielgruppen getrennt analysiert: Dementsprechend werden Inhalte für Ärzte bzw. Einweiser auch von einem Arzt überprüft und bewertet. Neben medizinischen Inhalten sind auch organisatorische Inhalte zu berücksichtigen, wie Lebensläufe und Bilder des Personals, Checklisten oder – noch viel banaler – das Vorhandensein einer Anfahrtsskizze. Technische Features wie Onlineformulare, Downloadmöglichkeiten oder weitere Serviceleistungen für Patienten oder Ärzte, werden in der Kategorie Technik gesondert bewertet. Besonderes Augenmerk liegt hierbei auf Techniken des Web 2.0 wie Blogs, PodCasts, VR, Community-Möglichkeiten etc.. Die technische Vermarktung der Webseite, z. B. durch ihr Ranking oder Meta-Tags, findet im Bereich Onlinemarketing Berücksichtigung. Treten vermehrt technische Probleme auf, wie extreme Ladezeiten, nicht-abstellbare Musik, veraltete Seiten oder tote Links, führt dies zwangsläufig zu Punktabzug. Abschließend findet eine rechtliche Analyse statt, die sich jedoch nicht direkt in der Endbewertung niederschlägt.

What‘s New in 2010

Die bisherigen Oberkategorien werden in diesem Jahr erstmals um die Kategorie „Patientenmeinungen“ erweitert. Damit findet die Bewertung nicht mehr ausschließlich von Seiten der Experten aus Heidelberg statt, auch Patienten dürfen nun ihre Stimme zur besten Klinik-Website Deutschlands abgeben. Über diese Neuerung sind die Projektbetreuter der Novartis Pharma besonders erfreut, denn durch die Integration von Laien des Webdesigns, die gleichzeitig eine der bedeutendsten Zielgruppen von Klinik-Homepages darstellen, erschließt sich ein ganz neuer Blickwinkel, der möglicherweise gänzlich andere Schlussfolgerungen und Erkenntnisse zulässt. Eigens zu diesem Zweck wurde ein vereinfachter Bewertungskatalog für Patienten erstellt, der fünf Punkte umfasst und online abgewickelt wird. Hierbei werden entsprechende Sicherheitsvorkehrungen getroffen, um die absolute Objektivität der Meinungen zu wahren.

Die endgültige Platzierung

Nach der monatelangen Vorauswahl durch die Gutachter des Deutschen Zentrums für Medizinmarketing werden die 20 Webseiten mit der höchsten Punktzahl einer 5-köpfigen Jury vorgestellt. Diese tritt anschließend für einen kompletten Tag zusammen, um über die Platzierungen der Top Ten zu beratschlagen und schließlich die Sieger zu bestimmen. Die Preisverleihung, und damit die Enthüllung der Top 3, wird im November auf der MEDICA in Düsseldorf stattfinden. Die Kliniken, die es unter die Top Ten geschafft haben, dürfen das offizielle Siegel des Wettbewerbs auf ihrer Homepage veröffentlichen.

Die mehrköpfige Jury des Wettbewerbs 2009 auf der Jurysitzung bei Novartis Pharma in Nürnberg

Die Zertifizierung nach imedON

Erfüllt eine Homepage die Basiskriterien einer patientenfreundlichen Webseite, die von der Initiative Medizin Online (imedON) entwickelt wurden, wird sie im Rahmen der Teilnahme am Wettbewerb zudem kostenlos zertifiziert und darf das offizielle Qualitätssiegel während einer Laufzeit von 12 Monaten auf der eigenen Webseite platzieren. Das Zertifikat wird seit 2009 von der „Initiative Medizin Online“ verliehen, die als Gemeinschaftsprojekt von Novartis Pharma und dem Deutschen Zentrum für Medizinmarketing gegründet wurde. Die Prüfung und Zertifizierung einer Webseite nach imedON nimmt in etwa 30 Tage in Anspruch. Das imedON-Zertifikat ist ein wissenschaftlich fundierter und unabhängiger Beleg für die Patientenfreundlichkeit einer medizinischen Webseite und gewinnt für Patienten und einweisende Ärzte zunehmend an Bedeutung. Weitere Informationen sind auf der Webseite der Initiative zu finden (www.imedon.de).

Was die Teilnahme so attraktiv macht

Die Gründe, die für eine Teilnahme am Wettbewerb sprechen, sind vielfältig. So wird allen Teilnehmer mit dem bereits erwähnten „Offiziellen Website-Guide“ ein wertvolles Handbuch zur Erstellung und Pflege einer medizinischen Webseite zur Verfügung gestellt. Das zusätzliche persönliche Feedback wird von den Teilnehmern der letzten Jahre als besonders hilfreich eingestuft: So wird infolge der Evaluierung für jede Webseite ein „Individueller Leitfaden für Online-Marketing“ zusammengestellt, der sämtliche Kommentare der Gutachter aus Heidelberg enthält sowie eine Aufstellung der Gesamtbewertung und die persönliche Platzierung. „Es ist uns ein besonderes Anliegen, den Teilnehmern des Wettbewerbs eine noch spezifischere und detailliertere Hilfestellung zur Optimierung der eigenen Webseite an die Hand zu geben.“, so Jens Stadler, Projektbetreuer des Deutschen Zentrums für Medizinmarketing, das den Wettbewerb von wissenschaftlicher Seite unterstützt. Nicht zuletzt erhalten Kliniken durch ihre Teilnahme einen wissenschaftlich fundierten, direkten Vergleich mit der Konkurrenz.
Der Zuspruch der letzten Jahre ist gigantisch“, so Dr. Dr. Frank Elste, med. Direktor des Deutschen Zentrums für Medizinmarketing, „und wir sind schon jetzt gespannt, ob wir auch dieses Jahr wieder den Anmelderekord des Vorjahres schlagen können.“ Die Anmeldungen sind seit Beginn des Wettbewerbs kontinuierlich angestiegen; so waren es in 2009 bereits 409 Teilnehmer, was einem Teilnehmerzuwachs von 22,5% im Vergleich zum Vorjahr entsprach. Dies zeigt, dass das Angebot, sich durch den Wettbewerb eine professionelle Beurteilung sowie fachlichen Rat und Hilfe bei Marketingexperten einzuholen, gerne angenommen wird. „Zudem ist das Niveau der Webseiten in den letzten Jahren rasant angestiegen“, so Elste.

Anmeldung und weitere Informationen

Kliniken mit Sitz in Deutschland können sich beim Veranstalter Novartis Pharma noch bis zum 31. August kostenlos anmelden. Dazu muss lediglich der Anmeldebogen unter www.novartis.de ausgefüllt werden. Weitere Informationen zum Wettbewerb sind auf der Homepage von Novartis Pharma und der Webseite des Deutschen Zentrums für Medizinmarketing (www.medizinmarketing.org) zu finden. Die wissenschaftlichen Hintergründe des Wettbewerbs werden auf den Forschungsseiten des Deutschen Zentrums (www.medizinforschung.org) beschrieben.

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Kommentare

  • Für die Bewertung der Patienten wurde ein vereinfachter Fragekatalog erstellt, der online für Patienten zugänglich ist. Jeder Besucher bekommt per Zufallsgenerator 5 Webseiten zur Bewertung zugeordnet. Dort sind Gestaltung, Inhalte und Bedienung der entsprechenden Webseiten mit Schulnoten von 1–6 zu bewerten. Desweiteren wird erfragt, ob die Klinik in die engere Auswahl kommen würde, ob sie als vertrauensvoll eingestuft wird und auf der Webseite diejenigen Informationen zu finden waren, nach denen gesucht wurde. Auf diesem Weg wurden knapp 5000 Patientenmeinungen gesammelt.

    Mit besten Grüßen,
    Daniela Cramer

    Posted by Daniela Cramer, 21/03/2011 11:28am (vor 11 Monat)

  • Wie wird das mit der Patientenbewertung durch die Patienten genau ablaufen?
    Viele Grüße

    Posted by S. Blume, 20/07/2010 10:00am (vor 2 Jahre)

  • Wird bei der Bewertung auch das Budget berücksichtigt, das einer Klinik für ihren Webauftritt zur Verfügung steht? Es lässt sich doch sicherlich nicht bestreiten, dass eine Klinik, die für teures Geld eine Agentur mit der Erstellung der Webseite beauftragt, sicherlich besser dasteht als eine Klinikabteilung, die ihre Seite selbst erstellen muss?

    Posted by Dr. Schlegel, 20/07/2010 9:54am (vor 2 Jahre)

  • Die Ausweitung des Wettbewerbs auf andere Fachbereiche und Praxen oder MVZs ist in sehr konkreter Planung. Das Deutsche Zentrum für Medizinmarketing steht mit verschiedenen Sponsoren in Verhandlung, allerdings hat sich noch nichts Konkretes ergeben.
    Wir gehen davon aus, dass der Wettbewerb aber in 2011 auch für die Praxen stattfinden wird.
    Informationen dazu finden Sie auch unter den FAQs auf:
    http://www.medizinmarketing.org/faqs/

    Mit freundlichen Grüßen
    Dr. Dr. Frank Elste

    Posted by Dr. Dr. Frank Elste, 08/07/2010 10:32am (vor 2 Jahre)

  • Man hört immer wieder, dass bald auch ein Wettbewerb für Zahnarztpraxen durchgeführt werden soll. Ist bereits absehbar, ob und wann dieser starten wird?

    Posted by Arthuro W., 07/07/2010 9:40am (vor 2 Jahre)

  • Die Zertifizierung ist nicht an die Domain, sondern an die Site selbst gebunden. Die Zertifizierung könnte also behalten werden.

    Die Bewertungen haben bereits gestartet. Sollte eine Webseite erst im Laufe der nächsten Wochen online gehen, so kann dies im Kommentarfeld bei der Anmeldung vermerkt werden.

    Weitere Informationen zu den Fragen hier finden Sie auch unter:

    http://www.medizinmarketing.org/faqs/

    Mit freundlichen Grüßen
    Dr. Dr. Frank Elste

    Posted by Dr. Dr. Frank Elste, 02/07/2010 11:40am (vor 2 Jahre)

  • Unsere Webseite wird ab 1.12. an eine Klinikgesellschaft angegliedert und bekommt eine neue Domain. Ist das Zertifikat dann immer noch gültig? Oder hängt es von der Domain ab.
    Würde sich dies auf die Zertifizierung auswirken?
    Es wäre prima, wenn Sie mir dazu eine kurze Info geben könnten!

    Gruß aus Berlin.

    Posted by werbedoc, 15/06/2010 3:23pm (vor 2 Jahre)

  • wann startet GENAU die bewertung der sites? wir sind erst ende september mit dem neuen portal fertig. reicht das noch?

    K. Schramm

    Posted by werbedoc, 10/06/2010 12:21pm (vor 2 Jahre)

  • wir haben einen klinikverbund mit 5 kliniken und einem seniorenzentrum. melde ich die kliniken einzeln oder als verbund an?
    was passiert mit dem seniorenzentrum?
    danke für die infos!
    gruß ks

    Posted by kai stamm, 01/06/2010 9:49am (vor 2 Jahre)

  • Ich finde, ein derartiger Wettbewerb sollte auch wieder für Arztpraxen durchgeführt werden, vielleicht noch konkreter sogar für Zahnarztpraxen. In dem Bereich sind Webseiten auch immer wichtiger geworden. Da werden sich doch wohl Sponsoren finden lassen?

    Posted by Sibylle H., 31/05/2010 11:15am (vor 2 Jahre)

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