Kosten für die Gesundheit steigen

gesundheitsausgaben

Ausgaben im Gesundheitswesen steigen weiter

Die Deutschen investieren immer mehr in ihre Gesundheit. Nach aktuellen Studien (MARE 1/2/3) am Deutschen Zenrum für Medizinmarketing sind die privaten Gesundheitsausgaben pro Person in 2009 weiter gestiegen. Betrugen Sie in 2008 noch 564 Euro pro Person, so waren es 2009 bereits 597 Euro. In 2010 wird voraussichtlich die 600 Euro-Marke überschritten werden. Zu den Ausgaben durch die privaten Personen zählen vor allem Zahlungen für Medikamente oder medizinische Hilfsmittel, die nicht von den Krankenkassen übernommen wurden. Die Bereitschaft der Deutschen, in ihre Gesundheit zu investieren scheint also gestiegen zu sen.

Daten vom statistischen Bundesamt

Zahlen des statistischen Bundesamtes aus 2008 weisen die Aufwendungen der gesetzlichen Krankenkassen allein mit über 150 Milliarden Euro aus; hinzu kommen die privaten Krankenkassen sowie direkte Leistungen durch die Patienten. Von den gesamten Aufwendungen im Gesundheitswesen von über 260 Milliarden Euro entfällt die Hälfte der Ausgaben auf Zahlungen an Arztpraxen, Apotheken und Pflegeeinrichtungen an: insgesamt 130,9 Milliarden Euro. Der Anstieg der Kosten war hier überdurchschnittlich stark (+ 4,5 Prozent). In Arztpraxen fielen Kosten von 40,2 Milliarden Euro (+ 5,0 Prozent) an, in Apotheken 38,5 Milliarden Euro (+ 3,2 Prozent) und in ambulanten Pflegeeinrichtungen 8,6 Milliarden Euro (+ 8,0 Prozent).
Im teilstationären und stationären Sektor wurden 94,6 Milliarden Euro aufgewendet (+ 3,3 Prozent). In den Krankenhäusern fielen 66,7 Milliarden Euro an (+ 3,5 Prozent), in Pflegeeinrichtungen 19,9 Milliarden Euro (+ 2,5 Prozent) und in Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen 8,0 Milliarden (+ 3,6 Prozent).
Die Kosten für Prävention und Gesundheitsschutz stiegen ebenfalls überdurchschnittlich stark um 5,5 Prozent auf 10,7 Milliarden Euro. Hauptgrund waren höhere Kosten für Früherkennungsmaßnahmen, wie die Krebsvorsorge bei Mamma-Ca, Colon-Ca, Haut-Ca und anderen sowie die Schutzimpfungen, die 2007 zu Pflichtleistungen der Krankenkassen wurden. Die Prävention setzt nun noch auf zusätzliche Maßnahmen zur Änderung des individuellen Verhaltens und der Lebensbedingungen. Die Krankenkassen arbeiten hier oft eng mit den Berufsgenossenschaften zusammen. Auch in diesem Bereich ist ein weiterer Anstieg der Kosten für die nächsten Jahre zu erwarten.

Die Gründe 

Insgesamt lässt sich also ein starker Anstieg der Kosten im Gesundheitsbereich verzeichnen. Eine derartige Entwicklung hat in den meisten wohlhabenden Ländern statt gefunden. Alleine diese Tatsache ist in Zeiten der Finanzkrise bemerkenswert. Ein Grund hierfür ist sicherlich der Prozess des demographischen Wandels. Das Durchschnittsalter der Deutschen steigt jährlich an. Ältere Menschen sind meistens anfälliger für Erkrankungen. Auch der technische Fortschritt kann ein Mitgrund für die steigenden Kosten sein. Moderne Behandlungsmethoden sind häufig sehr kostspielig. Dies sind jedoch bei weitem nicht die einzigen Gründe. Der Patient selbst ist häufig durch die Leistungen seiner Krankenkasse nicht genau über die Kosten seiner Behandlung informiert. Die bestmögliche Behandlung wird also -unabhängig von den Kosten- ausgewählt. Anders, als zum Beispiel im Supermarkt, entscheidet man sich hier also nicht für die günstigste Alternative. Dies kommt den Ärzten, nicht aber den Krankenkassen zu gute. Die Erhöhung der Beiträge ist hier häufig die Folge. Letztendlich trägt also der Patient die Kosten selbst.

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Kommentare

  • Ich finde die Entwicklungen bedenklich. Gerade mit den höheren Eigenbeteiligungsraten für Medikamente - welcher Rentner kann sich denn das in der heutigen Zeit noch leisten?

    Posted by Gerhard W., 07/07/2010 9:36am (vor 2 Jahre)

  • Und jetzt kommen noch die höheren Löhne der Ärzte hinzu. Wo das Ganze dann hinführt, kann man kaum abschätzen, aber die Entwicklungen sind bedenklich. Eine höhere Eigenbeteiligung der Patienten wäre wichtig.
    W. Hirsch

    Posted by W., 16/06/2010 7:12pm (vor 2 Jahre)

  • auf basis welcher untersuchungen wurden die daten erhoben?
    statis?

    Posted by Kirsten1988, 28/05/2010 10:51am (vor 2 Jahre)

  • Was ist genau mit "privaten Ausgaben" gemeint? IGeL,Zuzahlungen,?

    Posted by Dr. Helm, 16/05/2010 11:57am (vor 2 Jahre)

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