Sacher Khoudari
05.09.2010
Mit Linux-Systemen können medizinische Unternehmen und Einrichtungen viel Geld sparen
Linux ist ein vollwertiges Betriebssystem inklusive aller für den Alltag notwendigen Programme, das von freiwilligen Programmierern erstellt wurde. Das große Potential dieses Betriebssystems wurde bereits von einer wachsenden Zahl an Unternehmen erkannt, die es seitdem kontinuierlich unterstützen – finanziell sowie durch Einstellung der Programmierer oder eigene Entwicklungen. Zu den wichtigsten Firmen gehören Red Hat, Novell, Google, Intel, IBM, Dell und Hewlett-Packard. Im naturwissenschaftlichen Bereich wird Linux bereits seit über 10 Jahren erfolgreich eingesetzt und ist teilweise nicht mehr wegzudenken. Das europäische Kernforschungszentrum CERN setzt Linux aufgrund seiner Flexibilität, Geschwindigkeit und niedriger Kosten in allen kritischen Bereichen ein. Auch in manchen Handys, Navigationssystemen und sogar Automobilen ist Linux wiederzufinden – meist jedoch ohne das Wissen der Benutzer.
Linux lässt sich hervorragend im Büroalltag einsetzen. So haben einige Städte wie München oder Wien inzwischen beschlossen, sämtliche Computer der Stadtverwaltung auf Linux umzustellen – in München sind davon 14.000 Arbeitsplätze betroffen, in Wien 18.000. Ziel ist es, sowohl Kosten zu sparen als auch unabhängig vom Hersteller und seinen Produktstrategien zu sein.
Viele Betriebe setzen heutzutage einen sog. Fileserver ein. Dieser dient nicht als Arbeitsplatz, sondern ist lediglich Speicher für Verzeichnisse, auf die alle Mitarbeiter Zugriff benötigen. Gemeinsam geführte elektronische Kalender oder Adressbücher lassen sich auch problemlos erstellen und verwalten. Wo für diese Funktionalität ein spezielles Windows (Microsoft Windows Server) notwendig wäre, könnte ebenfalls Linux zum Einsatz kommen.
Herstellerunabhängigkeit bedeutet auch, dass man die Wahl zwischen den Produkten verschiedener Software-Hersteller haben kann. So wird in der Open-Source Gemeinschaft gezielt an einheitlichen Standards gearbeitet, um die Kompatibilität mit anderen Programmen zu gewährleisten. Der Benutzer kann sich für das Programm entscheiden, das seinen Bedürfnissen am ehesten entspricht, ohne dabei auf den Datenaustausch mit anderen Benutzern, die andere Programme verwenden, zu verzichten. So hält sich z.B. das „Open Document Format“ (ODF) von OpenOffice seit 2006 an den ISO-Standard, der auch von anderen Büro-Programmen wie KOffice oder SoftMaker Office unterstützt wird. Die Einhaltung dieses Standards wurde auch im Service-Pack 2 für Microsoft Office 2007 umgesetzt. Durch den Einsatz offener Standards kann außerdem gewährleistet werden, dass ein Dokument, eine Tabellenkalkulation oder eine Präsentation, die heute abgespeichert wird, auch in 10 Jahren problemlos geöffnet werden kann, selbst wenn das heute verwendete Programm nicht mehr existiert.
Der vielleicht interessanteste Umstieg ist der von Microsoft Office zu OpenOffice. Das Programm lässt sich kostenlos herunterladen, installieren und ist – wie bereits erwähnt – im Alltag vollkommen kompatibel zu Microsoft Office. Als E-Mail-Programm kann anstelle von Outlook z.B. das Programm Thunderbird der Mozilla Foundation verwendet werden.
Als nächster Schritt wäre ein vollständiger Wechsel zu Linux denkbar. Hierbei sollte jedoch zunächst geklärt werden, ob alle für den Klinikbetrieb relevanten Programme auch für Linux verfügbar sind oder zumindest Alternativen existieren. So existieren z.B. beispielsweise zahlreiche Programme für DICOM Daten.
Eine Hürde bleibt allerdings vorläufig noch bei der Umstellung: das fachkundige Personal. Zwar gibt es inzwischen in jeder Stadt kleinere Firmen, die Dienstleistungen rund um Linux anbieten. Da ihre Preise und Leistungen jedoch stark variieren, lohnt sich ein genauer Vergleich. In Universitätsstädten ist es empfehlenswert, sich mit dem Rechenzentrum in Verbindung zu setzen. Dort finden sich immer Spezialisten, die den Umzug durchführen können.
Technik & IT » IT-Lösungen » Linux in der Klinik
Es gibt leider keine echten und fundierten infos ueber den einsatz von oss im krankenhaus; wir arbeiten als externer dienstleister fuer einen klinikverbund und setzen schon allein aus kostengruenden NUR auf opensource. in einer der letzten technik-magazine fuer krankenhaeuser habe ich gelesen, dass die kosten fuer oss sehr viel hoeher seien als bei normalen systemen. das stimmt einfach nicht. jeder sollte hier selbst mal erfahrungen sammeln! k.gravicz
Posted by Katharina Gravicz, 17/06/2010 12:36pm (vor 2 Jahre)
Wir arbeiten seit vielen Jahren mit Linux. Man braucht zwar eine Weile um reinzukommen, meine Kollegen und ich können uns jedoch einen Alltag ohne Linux inzwischen nicht mehr vorstellen!
Posted by Dr. Arthur W., 31/05/2010 11:39am (vor 2 Jahre)
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