Patrizia Darstein
18.03.2011
Virales Healthcare-Marketing ist erst noch im Kommen
Nein – „Virales“ Marketing bedeutet zwar, dass sich die Werbebotschaften so schnell wie eine virale Epidemie verbreiten, jedoch ist sie nicht gesundheitsgefährdend!
Virale Werbung wird, wie ihr Namensgeber, innerhalb kürzester Zeit durch die Luft übertragen – die altbekannte Mund-zu-Mund-Propaganda. Ein festes Grundgesetz lautet: Ist etwas besonders gut und besonders mitteilungsbedürftig, dann wird auch darüber gesprochen. Dies wird zwar schon seit Jahrtausenden betrieben, jedoch ist es aktuell wieder hoch im Kurs – denn die Wirkung der traditionellen Werbung wird immer kleiner. Immer mehr Unternehmen und Kliniken erkennen, was für ein Potenzial die virale Werbung hat. Gerade im Internet ist es eine gute Möglichkeit, Werbebotschaften mit Hilfe Dritter zu verbreiten. Dazu zählen nicht nur das Verbreiten von Videoclips z. B. auf YouTube, es handelt sich viel mehr um eine ganze Systematik, die in denjenigen Werbeinstrumenten, die zur Zeit angesagt sind, zum Einsatz kommt. Durch den permanenten Austausch bleiben die Krankenhäuser dann immer dicht an ihrer Zielgruppe dran und können ihre Patienten oder Angehörige langfristig binden. Die Patienten können sogar Einfluss nehmen, z. B. auf Innovations- oder Optimierungsprozesse (z. B. eine Optimierung des Services).
Was aber klar sein muss: Virales Marketing ist nicht unbedingt billig, dafür aber unglaublich effizient. Es kann zwar passieren, dass man mit einem Spot einen Hype auslöst – wer allerdings eher eine Community oder eine langfristige Kampagne machen möchte, braucht ein inhaltlich klares Konzept. Ein Krankenhaus sollte über ein gewisses Budget verfügen und mit seinen Kunden und Patienten kommunizieren – und natürlich Geduld, denn bis eine Community herangewachsen ist, kann es einige Zeit dauern.
„Hast du schon gehört...?“
Der Kernpunkt einer viralen Werbung ist, dass die Botschaft so faszinierend sein muss, dass die Menschen sie freiwillig weiterreichen – durch Erzählungen am Telefon, E-Mails an die Freunde o. ä. . Dem Tipp eines guten Freundes vertraut man doch eher als einem Kinowerbespot. Oder man fragt eine gute Freundin, welches Schmerzmittel denn bei ihr gut wirkt und kauft sich anschliessend das Gleiche: So bekommt auch die Pharmaindustrie ein Stück vom Kuchen des viralen Marketing ab. Denn nur so funktioniert eine virale Werbung: Entweder sie „floppt“, kommt also nicht gut an, oder sie ist „top“ und in aller Munde. Um Wirkung zu erzielen, muss die Botschaft provozieren; dennoch darf man nicht abrutschen und geschmacklos werden. Die Kampagne muss unterhaltsam, nützlich und einzigartig sein um zu polarisieren. Aber gerade im medizinisch-pharmazeutischen Bereich ist es wichtig, sich genau Gedanken über die Werbung und die Botschaft, die sie vermitteln soll, zu machen. Wenn es um sensible Themen wie Todesfälle geht, sollte man darauf achten, die Zielpersonen nicht vor den Kopf zu stoßen und nicht makaber zu wirken.
Virales Marketing funktioniert überall: per E-Mail (hierbei doch bitte auf die rechtlichen Grundlagen achten, da es sonst Klagen und Geldbußen nach sich ziehen könnte!), in Foren oder Blogs, mit einem Gewinnspiel – oder einfach bei Gesprächen, die man auf der Straße führt. Wenn man sich um die Werbebotschaft dann Gedanken gemacht hat, folgt dann die Verpackung der Botschaft– als Online-Wettbewerb, als Gewinnspiel, als Mit-mach-Aktion etc. . Krankenhäuser sind z.B. gut dazu geeignet, einen „Tag der offenen Tür“ anzubieten, an dem sich Interessierte über alles informieren können. Für die Kinder sollte man jedoch einen eigenen Bereich anbieten, z. B. mit kindgerechten Spielen zum Thema Medizin, da sie sich sonst schnell langweilen und auch Mama und Papa dann früher gehen, ohne sich mit der Idee oder der Innovation des Krankenhauses auseinandergesetzt zu haben.
Medizinmarketing » Werbung » Virales Marketing
kann mir jemand GUTE beispiele aus dem bereich healthcare nennen? so richtig coole sachen habe ich da nie gesehen. freue mich über jeden link!
Posted by dieGestalten, 28/05/2010 10:32am (vor 2 Jahre)
Das stimmt! Ich hör auf viel lieber auf eine Freundin wenn sie mir ein Medikament empfiehlt, als auf die Fernsehwerbung...bei ihr weiß ich wenigstens, dass die Tabletten wirklich helfen ;-)!
Posted by Christina P., 26/05/2010 12:44pm (vor 2 Jahre)
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